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Gemeinsamer Appell an alle Verkehrsteilnehmenden für mehr Rücksicht im Straßenverkehr

Sicher und unfallfrei zur Schule - insbesondere zum Start des neuen Schuljahres stehen die jüngsten Verkehrsteilnehmenden im Fokus. Vor der Grundschule Edewecht machen Polizei, Verkehrswacht und der GUV Oldenburg gemeinsam aufmerksam...

Bei der diesjährigen Schulanfangsaktion machen Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Institutionen mit gut sichtbaren Bannern vor der Grundschule Edewecht auf die besondere Bedeutung der Schulwegsicherheit aufmerksam. Während die Verkehrswacht mit „Tempo runter, bitte! Schulanfang“  insbesondere zu angepasster Geschwindigkeit und erhöhter Aufmerksamkeit aufruft, wirbt der GUV Oldenburg mit der Botschaft „Man kann anderen ruhig den Finger zeigen. Wenn’s der richtige ist.“  für mehr Rücksicht und Achtsamkeit im Straßenverkehr. 
Beide Botschaften richten sich an alle Verkehrsteilnehmenden – egal ob im Auto, auf dem Rad, zu Fuß oder mit dem E-Scooter.

Das Banner des GUV Oldenburg entstammt der Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas – für ein besseres Miteinander auf Deutschlands Straßen #mehrAchtung“ des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Dahinter steht das Leitbild der „Vision Zero“ mit dem Ziel, keine Unfalltoten und Schwerst-verletzten mehr auf Deutschlands Straßen zu haben.

Schülerlotsendienst sorgt seit Jahrzehnten für Sicherheit
Eine Besonderheit gibt es an der Grundschule Edewecht: Sie ist die einzige Grundschule im Landkreis Ammerland, an der sogenannte Schülerlotsinnen und Schülerlotsen beziehungsweise Schulweghelfende im Einsatz sind.

Ein schwerer Verkehrsunfall im Jahr 1989, bei dem eine Schülerin schwer verletzt wurde, führte dazu, dass an der Grundschule Edewecht der Schülerlotsendienst eingeführt wurde – und seitdem fortgeführt wird. 
Die (mittlerweile) ehemalige Schülerin wird weiterhin durch das Reha-Management des GUV Oldenburg begleitet. 

„Eltern, pensionierte Lehrkräfte und auch Großeltern sind dankenswerterweise vor Schulbeginn ehrenamtlich im Einsatz, um unseren Kindern bei einer sicheren Straßenquerung zu helfen und damit Unfälle zu vermeiden. Mit Erfolg! Ein so schwerer Unfall wie damals hat sich nicht mehr ereignet“, berichtet Schulleiter Christian Pagels.

Die Schulweghelfenden unterstützen die Kinder insbesondere an zwei Ampelanlagen: an der Hauptstraße in Höhe der Nikolaikirche sowie an der Oldenburger Straße ebenfalls in Höhe der Kirche. An beiden Stellen ist derzeit besondere Aufmerksamkeit erforderlich. An der Hauptstraße war noch während der Sommerferien bei einem Verkehrsunfall ein Teil der Ampelanlage erheblich beschädigt worden. Rechtzeitig zum Schulbeginn konnte die Gemeinde Edewecht die Anlage wieder vollständig in Betrieb nehmen. An der Oldenburger Straße ist nach umfangreichen Sanierungsarbeiten die Durchfahrt aus Richtung Jeddeloh in Richtung Ortsmitte seit Kurzem wieder freigegeben, sodass hier wieder mit einem höheren Verkehrs-aufkommen zu rechnen ist.

Gleichzeitig wird es für die Grundschule zunehmend schwieriger, neue ehrenamtliche Schulweghelferinnen und Schulweghelfer zu gewinnen.

„Wir brauchen dringend Verstärkung beim Schülerlotsendienst. Interessierte mögen sich bitte im Sekretariat melden“, appelliert Pagels.

Gesucht werden Menschen, die sich an einem Tag in der Woche von 7.15 bis 7.50 Uhr ehrenamtlich für die Sicherheit der Kinder engagieren möchten. Interessierte können sich im Sekretariat der Grundschule Edewecht bei Frau Folz unter Tel. 04405/929090 melden.

 

GUV Oldenburg: Schulwegsicherheit lässt sich nur gemeinsam verbessern

„Als Träger der Schülerunfallversicherung unterstützen wir die Schulanfangsaktion an der Grundschule Edewecht gerne“, erklärt Theresa Wieting, Präventionsberaterin des GUV Oldenburg. „Schulwegsicherheit lässt sich nur gemeinsam verbessern. 
Die Schülerlotsinnen und Schülerlotsen leisten hierzu einen wertvollen Beitrag. Falls ihnen dabei selbst etwas passiert, sind sie – wie auch die Schulkinder – gesetzlich unfallversichert.“ 

Wer im nordwestlichen Niedersachsen eine kommunale Kita oder Schule besucht, ist über den GUV Oldenburg gesetzlich unfallversichert. Im Jahr 2025 waren dies mehr als 175.000 Kita-Kinder, Schülerinnen und Schüler in den Landkreisen Ammerland, Cloppenburg, Friesland, Oldenburg, Vechta und Wesermarsch sowie in den kreisfreien Städten Delmenhorst, Oldenburg und Wilhelmshaven. 2.175 Unfälle, die sich auf dem Weg zur Kita, Schule oder nach Hause ereigneten, wurden dem GUV Oldenburg im vergangenen Jahr gemeldet.

 

Polizei: Vorsicht vor Schulen und weniger „Elterntaxis“
Auch die Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland begleitet den Schuljahresbeginn mit verschiedenen Maßnahmen zur Verkehrsprävention. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Situation unmittelbar vor den Schulen.

Viele Kinder werden morgens mit dem Auto zur Schule gebracht. Was gut gemeint ist, kann jedoch selbst zu einer Gefahr werden: Haltende und parkende Fahrzeuge, Wendemanöver sowie das Ein- und Aussteigen sorgen gerade zu den Bringzeiten für unübersichtliche Situationen. Insbesondere Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, können dadurch gefährdet werden.

Die Polizei empfiehlt deshalb, den Schulweg frühzeitig gemeinsam mit den Kindern einzuüben und ihnen mit zunehmendem Alter einen möglichst selbstständigen Schulweg zu ermöglichen. Ist die Fahrt mit dem Auto unvermeidbar, sollte möglichst mit etwas Abstand zur Schule geparkt und der restliche Weg zu Fuß zurückgelegt werden.

„Gerade zu Beginn des Schuljahres müssen sich alle Verkehrsteilnehmenden wieder darauf einstellen, dass morgens viele noch unerfahrene Kinder unterwegs sind. Weniger Eile, angepasste Geschwindigkeit und mehr Rücksicht können entscheidend dazu beitragen, dass die Kinder sicher in der Schule ankommen“, betont die Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland.


„Gelbe Füße“ zeigen den sicheren Schulweg
In den kommenden Wochen werden die Verkehrssicherheitsberaterinnen und -berater der Polizei im Landkreis Ammerland die Grundschulen besuchen und gemeinsam mit den Erstklässlerinnen und Erstklässlern die bekannten „Gelben Füße“ rund um die Schulen aufbringen.

Die Aktion gehört zur Initiative „Kleine Füße – sicherer Schulweg“ der Verkehrswacht, die auch vom GUV Oldenburg unterstützt wird. Die Markierungen zeigen den Kindern geeignete Stellen zum Überqueren von Straßen und helfen dabei, sichere Schulwege einzuüben. Gleichzeitig werden wichtige Verkehrsregeln mit den Kindern thematisiert.
 

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