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International im Einsatz

Aufbau einer Unfallversicherung in Bangladesch: Geschäftsführer des GUV OL im Kurzeinsatz vor Ort...

Im November 2012 starben 112 Menschen beim Brand der Fabrik von Tazreen Fashions. 200 Menschen wurden verletzt. Wenige Monate später, im April 2013, ereignete sich der bis dato größte Unfall in der internationalen Textilindustrie-Branche: der achtstöckige Fabrikkomplex Rana Plaza in Sabhar, einem Vorort von Dhaka (Bangladesch), stürzte ein. Über 1.100 Menschen wurden getötet, mehr als 2.400 verletzt.

Die zum Teil verheerenden Bedingungen, unter denen die Textilarbeiter/innen in Bangladesch tätig sind, sind durch diese Fabrikunglücke ins Blickfeld der internationalen Aufmerksamkeit gerückt. Gibt es doch kaum westliche Modeketten, die ihre Textilien nicht in Bangladesch fertigen lassen.

Mit internationaler Unterstützung entstanden Initiativen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen - auch auf politischer Ebene: Als strategischer Partner des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) unterstützt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mbH in der Projektarbeit zum Aufbau und zur Etablierung eines Systems der gesetzlichen Unfallversicherung in Bangladesch.

Das Projekt arbeitet hierfür eng mit der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) sowie weiteren Entwicklungspartnern und der Zivilgesellschaft zusammen. Die Kooperation mit der DGUV dient dem Wissenstransfer von deutscher Expertise im Bereich Unfallversicherung und trägt damit zur Kapazitätsentwicklung der Akteure vor Ort bei. Michael May, Geschäftsführer des GUV OL, gehörte einer dreiköpfigen Expertendelegation an, die im April 2019 zum Vor-Ort-Einsatz nach Dhaka reiste.

Nach der Besichtigung einer Textilfabrik, in der im Zweischichtsystem ca. 8.000 Menschen (überwiegend Frauen) arbeiteten und die bereits gute Arbeitssicherheitsstandards aufwies, bilanzierte May: "Es geht zunächst vor allem darum, vor Ort das Bewusstsein zu schärfen, dass man sich um Unfälle kümmert, sie aufzeichnet und dass man daraus - wenn auch ganz niederschwellig - ein Präventionssystem entwickelt."

"Das deutsche System der gesetzlichen Unfallversicherung - mit dem Auftrag präventiv Arbeitsunfälle (einschließlich Wegeunfälle), Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten und für eine wirksame Erste Hilfe zu sorgen sowie nach dem Eintritt von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten , die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Versicherten mit allen geeigneten Mitteln wieder herzustellen und die Versicherten oder ihre Hinterbliebenen durch Leistungen zu entschädigen - kann als Vorbild dienen, weil es auch international hervorragende Maßstäbe in puncto Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz für Menschen setzt", betont May.

"Es macht Sinn, dort weiter an Verbesserungen zu arbeiten, auch wenn der Weg dahin lang sein kann", meint May. "Wir wurden als gute Berater und Helfer angesehen. Man hat uns mit großem Interesse zugehört. Aber letztlich sollten die Verantwortlichen vor Ort das Thema möglichst selbst weiterentwickeln - gern mit unserer Unterstützung."